Nassereither Energiekonzept – ein Pilotprojekt für ein energieautonomes Tirol

Landeshauptmann-Stellvertreter ÖR Anton Steixner erklärt, dass der Endenergieeinsatz in Tirol seit dem Jahr 2005 tendenziell sinkt, obwohl die Bevölkerungsanzahl und die Wirtschaft erfreulicherweise in diesem Zeitraum gewachsen sind. „Die von der Tiroler Landesregierung getroffenen Maßnahmen zeigen bereits Wirkung. Damit wir die Einhaltung unseres Zielpfades zukünftig sicherstellen können, müssen neben der konsequenten Umsetzung der Energieeffizienz- und –sparmaßnahmen alle Möglichkeiten zur Substitution der fossilen Energieträger durch erneuerbare heimische Energieressourcen genutzt werden. Das muss vor allem auf regionaler und lokaler Ebene erfolgen“, so Steixner. Ein wichtiger Grundstein dafür wurde hier in Nassereith gelegt. Die Wasser Tirol hat im Auftrag des Landes ein Ressourcenbewirtschaftungsprogramm für die Gemeinde entwickelt“, erläutert Steixner.

Das Konzept Nassereith bildet das Pilotprojekt, dem weitere derartige Projekte in anderen Gemeinden folgen sollen. Viele Gemeinden in unserem Land besitzen erhebliche Potenziale, um fossile Energieträger durch erneuerbare zu ersetzen und die Energie effizienter zu nutzen. Mit dem Ressourcenbewirtschaftungskonzept werden die Stärken und Potenziale einer Region sowie ein Weg zur Umsetzung des Konzepts aufgezeigt. Der regionale Ansatz ist Garant dafür, dass die Bevölkerung die Umsetzung des Projekts unterstützt. Mit der Entwicklung solcher Konzepte auf der Ebene von Gemeinden und Regionen wird der regionale Ansatz gestärkt und ein weiterer wichtiger Schritt hin zur Energieautonomie der Regionen und ganz Tirols gesetzt. Wir haben uns das Ziel gesetzt, bis 2050 – also innerhalb einer Generation – den Energiebedarf tirolweit zu halbieren und mit unseren eigenen heimischen Ressourcen die fossilen Energieträger zu substituieren“, sagt Steixner.

Der Bürgermeister der Gemeinde Nassereith Reinhold Falbesoner zeigt sich sehr erfreut über das von der Wasser Tirol erstellte Ressourcenbewirtschaftungskonzept. „Das Ergebnis war für mich äußert überraschend und befriedigt mich sehr. Wir wollen die Ressourcen, die wir haben, auch nutzen und haben uns dazu entschlossen, die gesamte Bevölkerung in diesen Prozess miteinzubinden. In der Wasser Tirol haben wir dafür den richtigen Partner gefunden“, ergänzt Falbesoner und bedankt sich beim Land Tirol für die Ermöglichung der Studie sowie die finanzielle Unterstützung. In einem ersten Schritt sollen Bürger bei der Nutzung der Umweltwärme für Gebäudeheizung verstärkt beraten werden und ein Trinkwasserkraftwerk am Wendelinstollen errichtet werden. Dies sei eine wichtige Grundlage für eine energieautonome Zukunft der Gemeinde Nassereith.

Wasser Tirol – Geschäftsführer Dr. Ernst Fleischhacker berichtet, dass bei der Erstellung des Programms alle in der Gemeinde vorhandenen Ressourcen untersucht wurden. „In Nassereith sind die Potenziale Wasserkraft, Grundwasser, Erdwärme, Biomasse und natürlich Sonne besonders hervorzuheben“, sagt Ernst Fleischhacker. Mit den bestehenden Wasserkraftwerken im Gemeindegebiet könnten derzeit 59 Prozent des kommunalen Strombedarfs abgedeckt werden. Durch die Errichtung weiterer Anlagen könnten bis zu 3,8 GWh an Strom zusätzlich produziert werden. Fleischhacker bezieht sich dabei auch auf das angedachte Trinkwasserkraftwerk im Wendelinstollen. „Unsere Untersuchungen haben außerdem gezeigt, dass bei einer Errichtung eines Biomassefernheizwerks und Nutzung des gemeindeeigenen Waldes insgesamt 1,4 GWh/a an Heizwärme herauszuholen wären und dass es allein mit dem Erdwärmepotential möglich wäre, den gesamten Heizwärmebedarf der Gemeinde abzudecken“, so Fleischhacker weiter. Das größte Potential jedoch würde in der Nutzung der Solarenergie liegen. Würde man alle Nassereither Dachflächen optimal nutzen, könnten rund 4.300 Haushalte mit elektrischer Energie versorgt werden. „Diese Ressourcenbewirtschaftungsprogramme sollen die öffentliche und private Regionalwirtschaft fördern. Sie werden nach einer eigenen Methodik, die ich in den 90er Jahren entwickelt und publiziert habe, erstellt. Regionalwirtschaft bedeutet für mich, die eigenen Ressourcen selbst zu bewirtschaften, bevor es andere tun“, erklärt Fleischhacker abschließend.

Der Energiebeauftragte des Landes DI Stephan Oblasser zeigt sich ebenfalls erfreut, dass mit dem vorgestellten Ressourcenbewirtschaftungskonzept nicht nur die Möglichkeiten der Ausschöpfung vorhandener Potentiale aufgezeigt wurden, sondern auch der effiziente und sparsame Einsatz von Energie beachtet wurde. Die Studie zeigt außerdem die Umsetzung des landesweiten Tiroler Energiemonitorings auf regionaler Ebene. „Solche Projekte sind vorbildlich und notwendig, um die vorgegeben Ziele der Tiroler Energiestrategie hinsichtlich einer Energieautonomie erfüllen zu können“, so Oblasser.

Von wassertirol, 22. April 2013, 10:24 Uhr
Von wassertirol, 29. November 2011, 16:25 Uhr
Von wassertirol, 29. November 2011, 16:23 Uhr
Von wassertirol, 29. November 2011, 16:19 Uhr
Von wassertirol, 29. November 2011, 16:17 Uhr
Von wassertirol, 29. November 2011, 16:16 Uhr
Von wassertirol, 29. November 2011, 16:15 Uhr
Von wassertirol, 11. Oktober 2011, 14:55 Uhr
Von wassertirol, 27. September 2011, 14:37 Uhr
Von wassertirol, 14. August 2011, 16:23 Uhr